Betritt man durch den Haupteingang vom Turm her die Kirche, hat man den Blick durch die Längsachse nach vorne zum Sakramentshaus, das durch eine Mauerzunge vom Altarraum getrennt ist. Normalerweise betritt man die Kirche durch den Seiteneingang. Bleibt man im Eingangsbereich stehen, geht der Blick in diagonaler Richtung zur Kirchenachse, zur Orgel auf der gegenüberliegenden Seite. Schreitet man weiter, sieht man Betonsäulen, die die Obergaden und die Decke tragen und die dem nicht streng ausgerichteten, sondern mehr diagonalen Raum doch noch eine zentralisierende Richtung geben. Den außen zu sehenden Flachdachebenen entsprechen im Innern drei Deckenbereiche in Beton; die beiden oberen sind als Kassettendecken ausgebildet; die untere Decke ist glatt. An den Wandteilen der niedrigen Räume und der darüber liegenden Obergarden sind rötliche Gitterziegel aufgelegt; sie bewirken eine sehr gute Akustik. Schade, dass von vielen Plätzen in der Kirche diese Farbtupfer nicht zu sehen sind.
1) Das Kreuz über dem Altar scheint in die Kirche hinein zu schweben. Entwurf und Ausführung sind von dem Bildhauer Hanns Rheindorf, Köln. Es ist sein letztes großes Werk (1979). Die Kreuzbalken sind mit beschlagenen Silberplatten belegt. Diese zeigen Ähren und Trauben (Hinweis auf die hl. Eucharistie) und andere Motive aus der Schöpfung. Der Corpus ist holzgeschnitzt und versilbert. An den Enden der Kreuzbalken sind Email-Platten mit den Themen: Schöpfung, Auferstehung, Himmelfahrt und Weltgericht.
2) Mittelpunkt der Kirche ist der Altar. Er symbolisiert Christus, der die Mitte seiner Gemeinde ist. Die Altarplatte ruht auf 4 Blöcken, dazwischen 4 gestaltete Bronzestäbe, in die Wasserwellen eingraviert sind; ein Hinweis auf Ezechiel 47,9: “Unter der Tempelschwelle floss Wasser hervor, und wohin das Wasser gelangte, wurden alle Lebewesen gesund.”
3) Der Tabernakel ist die Stätte der eucharistischen Gegenwart Jesu Christi, der sich in der hl. Eucharistie seiner Gemeinde schenkt und den man in Stille hier anbeten kann. Die Tabernakeltüren, in Bronze gearbeitet, zeigen den mutlosen und schlafenden Elia, der die Stimme hört: “Steh auf und iss; du hast noch einen weiten Weg vor dir!” (1 Kön 19,7)
Altar, Ambo und Sakramtentsstele sind entworfen von dem Bildhauer Rudolf Peer, Köln, und ausgeführt von der Firma Engelbert Müller in Villmar in Rosso Magnaboschi-Stein. Die Orgel wurde 1979 gebaut von der Firma Speith in Rietberg; sie verfügt über 2 Manuale und 23 Register. Die Fenster sind entworfen von Alois Plum, Mainz, und ausgeführt von der Firma Derix in Taunusstein. Herr Plum hat abstrakte Motive gewählt. In Fenstern alter Kirchen findet man ja oft Szenen aus der Bibel oder aus dem Leben der Heiligen. Diese Fenster bieten einen Blick in eine andere Welt; man lässt den Alltag hinter sich, um in Stille in der Kirche seinen Gedanken nachzugehen. Die Fenster unserer Kirche stellen zunächst nichts Religiöses dar; sie sind eine Herausforderung zum Sehen, sie regen zum Meditieren an und möchten den Blick für das Religiöse öffnen. Mit etwas Phantasie kann man Motive (teils auch religiöse) erkennen: Ähren, Weinstock, Bluttropfen, Kreuz, Mutter mit Kind, Wasser vielleicht noch mehr.
4) Auf dem Wandteppich hinter dem Altar ist der Sonnengesang des hl. Franziskus dargestellt. Die Ausführung ist eine Stoffcollage (4 x 4 m); Entwurf und Ausführung von Luise Theill, Wiehl. Das Taufbecken ist ein wertvolles Erbe aus der alten, 1889 erbauten Kirche. Es wurde restauriert von Hans Egon Siebel. Neben dem Taufbecken steht der bronzene Osterleuchter, eine Arbeit des Künstlers Egino Weinert. Die Kreuze an den Apostelkerzen (den 12 Weihestellen der Kirche) sind gefertigt aus den Bodenplatten im Altarbereich der alten Kirche.
5) Die Muttergottes-Statue ist auch ein Erbe aus der alten Kirche. Täglich kommen viele zur Verehrung Mariens in diese Kirche und zünden ein Opferlicht an.
6) Auf der rechten Seite in der vorderen Nische ist eine kleine aus Holz geschnitzte und gefasste Franziskus-Statue. Der hl. Franziskus ist der Patron dieser Kirche und auch schon der kleinen Kapelle, die 1839 errichtet wurde. Seit Ende 2007 befindet sich in unserer Kirche an einem der hinteren Pfeiler eine Figur des hl. Antonius. Das katholische Volk hat ein unbegrenztes Vertrauen auf seine Fürbitte; unter anderem wird er angerufen, wenn man etwas verloren hat. Viele danken ihm seine Hilfe mit einer Geldspende für die Armen! (Antoniusbrot)
Wir hoffen, dass Ihnen unsere Kirche gefällt. Möge die Kirche und ihre Ausstattung, alles geschaffen als Zeugnis des Glaubens, Ihnen eine Anregung sein, über Ihren eigenen Glauben nachzudenken. Wir freuen uns, wenn Sie am Schluss Ihres Besuches noch Zeit finden für ein Gebet und sich so in die Schar der Beter einreihen, die täglich in unsere Kirche kommen.
Gott, unser Vater,
ich trete vor Dich hin
als eines Deiner vielen Kinder.
Ich komme aus aller Zerstreutheit
und vertraue mich Dir an.
Ich lege mich in Dich hinein wie in eine große Hand.
Ich brauche nicht zu reden,
damit Du mich hörst.
Ich brauche nicht aufzuzählen, was mir fehlt,
ich will einfach nur da sein vor Dir.
Ich bitte um Deinen Segen,
für mich, für die Meinen, für die ganze Welt.
Amen.