Richtet man den Blick über den Altar hinweg, so sieht man drei Fenster, die die Eucharistie in mehrfacher Hinsicht deuten.
Im linken Fenster (5.) fallen zunächst Tafeln mit Textstellen ins Auge. Diese Schriftstellen beziehen sich auf die Berichte über die Brotvermehrung. Fasst man diese Berichte zusammen, so wird bewusst, dass diese „Brotvermehrung“ nicht die Zahl der ausgeteilten und wieder eingesammelten Brote meint, dass vielmehr das ausgeteilte Brot geistige Nahrung ist, das, obwohl ausgeteilt, immer noch für viele zur Nahrung dienen kann. Der Begriff Nahrung wird erweitert in der kleinen Szene dieses Fensters, die einen Fisch über dem Feuerrost zeigt (Joh 21,1-4). Diese Szene wird berichtet aus der Zeit nach der Auferstehung, als Jesus den fischenden Jüngern am Ufer erscheint mit dem Fisch auf dem Rost. Der Fisch ist Zeichen für Christus und damit wie das Lamm Hinweis auf das Opfermahl.
Das mittlere Fenster (6.) will eine weitere Verstehenshilfe sein. Da gehen drei Personen wie durch ein Tor auf einen Tisch mit Brot und Wein zu. Die drei Personen unterhalten sich auf dem Weg nach Emmaus (Lk 24,13-35). Wir wissen, wie sie einkehren und sich zum Mahl setzen und Ihn am Brotbrechen erkennen. Aber hier ist, verglichen mit dem gemeinsamen Mahl vor dem Leiden und Tod, etwas wesentlich Neues im Spiel: die Mahlgemeinschaft hat nicht mehr den später gekreuzigten zum Mittelpunkt, sondern den Auferstandenen. Deshalb feiern wir in der Wandlung und Kommunion nicht nur das Andenken an den Gekreuzigten. Seit Emmaus haben wir immer auch den Auferstandenen im Gedächtnis. Dadurch ist das Emmausmahl keine Sache der Rückerinnerung, sondern ein Aufbruch in die Zukunft. Emmaus ist schon wie ein Vorgriff auf die Mahlgemeinschaft im himmlischen Jerusalem.
Das Fenster daneben (7.) mit dem Thema der Hochzeit zu Kana (Joh 2,1-12), zeigt natürlich das Brautpaar, wichtiger aber die Wasserkrüge, Maria und ihr Sohn. Dahinter der auf- ragende Lebensbaum. Darüber das Zeichen des Geistes, die Taube. Bei Johannes steht, dass die sechs Wasserkrüge einen rituellen Zweck hatten: sie bargen das Wasser, das nach der Reinigungsvorschrift der Juden vor dem Hochzeitsmahl gebraucht wurde. Durch Jesus, im Johannesevangelium Jesu erste wunderbare Tat, wird dieses Wasser zu köstlichem Wein, der das bis dahin sicher herrliche Hochzeitsfest – denn der vorhandene Wein war schon verbraucht – zu einem ganz besonderen Fest macht. Das Reinigungswasser wird zum Lebenswasser. Diese Mahlszene sagt uns, dass eigentlich ab jetzt schon alles eine neue Perspektive hat.